Eltern Burnout – Du bist nie nicht Vater oder Mutter.

Die offizielle Definition von Burnout der WHO besagt, dass es sich um ein berufliches Phänomen handelt und nicht zur Beschreibung von Problemen in anderen Lebensbereichen verwendet werden darf. So ein Quatsch!

Der andere Teil der offiziellen Definition lautet wie folgt: „Burn-out ist ein Syndrom, das als Folge von chronischem Stress am Arbeitsplatz verstanden wird, der nicht erfolgreich bewältigt wurde.“ Warum muss das am Arbeitsplatz sein? Kann Stress nicht auch zu Hause chronisch und lang anhaltend sein? Wenn Du ein Elternteil bist, bist Du immer ein Elternteil. Wir sind nie kein Elternteil.

Eine der Branchen oder Arbeitnehmer, die am meisten von Burnout betroffen sind, sind Sozialarbeiter. Menschen, die viel mit Klienten arbeiten und viel mit ihnen zu tun haben. Klienten, die eine schwere Zeit durchgemacht haben und denen wir helfen wollen.

Damit will ich nicht sagen, dass Deine Kinder Klienten sind, aber eines der Merkmale von Burnout ist das Gefühl von Energiemangel und Erschöpfung. Erschöpfung hat mehrere Stufen. Eine der Stufen ist die emotionale Erschöpfung. Das ist das Gleiche, wenn man viel mit Kunden arbeitet und sich mit deren Problemen auseinandersetzt, wie wenn man als Elternteil mit den Problemen seiner Kinder zu tun hat. Wir sind nie kein Elternteil.

Kinder haben ist oft als eine der tollsten Erfahrungen des Lebens beschrieben, aber sie kann auch unglaublich herausfordernd und überwältigend sein. Ich habe Zwillinge, ich weiss, wovon ich spreche.

In den letzten Jahren wurde zunehmend ein Phänomen erkannt, das als eltern Burnout bekannt ist. Dabei handelt es sich um einen Zustand körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung, der auf die Anforderungen der Elternschaft zurückzuführen ist.

Eltern Burnout ist gekennzeichnet durch Gefühle von chronischem Stress, Müdigkeit und emotionaler Erschöpfung im Zusammenhang mit den Aufgaben der Kindererziehung. Es ist wichtig zu wissen, dass gelegentlicher Stress und Erschöpfung für Eltern normal sind, aber Eltern Burnout geht über die üblichen Höhen und Tiefen der Elternschaft hinaus. Es kann sich erheblich auf das Wohlbefinden der Eltern und ihre Fähigkeit auswirken, sich effektiv um ihre Kinder zu kümmern.

Das Erkennen der Anzeichen und Symptome von Eltern Burnout ist entscheidend, um Hilfe zu suchen und Strategien zur Bewältigung zu entwickeln. Einige häufige Anzeichen sind:

  1. Chronische Erschöpfung: Das Gefühl, körperlich und emotional ausgelaugt zu sein, obwohl man ausreichend Schlaf bekommt.
  2. Emotionale Distanzierung: Du ziehst Dich aus dem Umgang mit Deinen Kindern zurück oder fühlst Dich emotional von ihnen distanziert.
  3. Gereiztheit und Ungeduld: Du wirst leicht frustriert oder wütend auf Deine Kinder, wenn es um Kleinigkeiten geht.
  4. Abnehmende Zufriedenheit: Du verlierst den Spass an den elterlichen Aktivitäten, die Dir früher Freude und Erfüllung gebracht haben.
  5. Vernachlässigung der Selbstfürsorge: Du stellst Deine eigenen Bedürfnisse zurück und vernachlässigen Deine Selbstfürsorge.
  6. Gefühle der Unzulänglichkeit: Du zweifelst ständig an Deinen Erziehungsfähigkeiten und hast das Gefühl, dass Du nicht genug für Deine Kinder tust.
  7. Erhöhte Abwesenheit: Vermeiden von Verantwortlichkeiten oder Finden von Ausreden, um längere Zeit von zu Hause weg zu sein.

 Wenn Du unter Eltern Burnout leidest, solltest Du wissen, dass Du nicht allein bist und dass es Schritte gibt, die Du unternehmen kannst, um Dein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen:

 Suche Unterstützung: Wende Dich an Freunde, Familienmitglieder oder einen Therapeuten, der Dir emotionale Unterstützung und praktische Hilfe bieten kann.

  1. Setze Prioritäten bei der Selbstfürsorge: Nimm Dir Zeit für Aktivitäten, die Deine Batterien wieder aufladen, sei es Sport, Lesen oder die Ausübung von Hobbys.
  2. Setze Grenzen: Lerne, zusätzliche Verpflichtungen abzulehnen und delegiere Aufgaben, wenn möglich, um Dich zu entlasten.
  3. Nehmen Unvollkommenheit an: Es ist in Ordnung, keine perfekten Eltern zu sein.
  4. Trete in Kontakt mit anderen Eltern: Schliesse Dich Elterngruppen oder Online-Communities an, in denen Du Erfahrungen und Ratschläge mit anderen Eltern austauschen kannst.
  5. Konzentriere Dich auf das Positive: Bemühe Dich bewusst darum, die Freuden der Elternschaft zu erkennen und zu schätzen, egal wie klein sie auch erscheinen mögen.
  6. Suchen professionelle Hilfe: Wenn das Eltern-Burnout Dein tägliches Funktionieren erheblich beeinträchtigt, solltest Du einen Therapeuten oder mich kontaktieren.

 Schlussfolgerung:

Eltern-Burnout ist eine reale Erfahrung, mit der viele Eltern konfrontiert sind, aber es ist wichtig, daran zu denken, dass es kein Zeichen von Schwäche oder Versagen als Elternteil ist. Wenn Sie die Anzeichen und Symptome frühzeitig erkennen und Bewältigungsstrategien anwenden, können Sie darauf hinarbeiten, Ihr Leben wieder ins Gleichgewicht zu bringen und sich wohlzufühlen.