Ist Dein Arbeitsplatz psychologisch sicher? Was ist psychologische Sicherheit?

Kürzlich hatte ich ein Gespräch mit einem Kollegen, der eine eigene Outplacement-Agentur betreibt. Wir sprachen über Burnout und darüber, ob Menschen, die „entlassen“ wurden, dazu neigen, auszubrennen. Ja, sie können mit der Situation irgendwie überfordert sein und Burnout-Symptome zeigen.

Leider war ich nicht sehr überrascht, als ich hörte, dass er seinen Kunden rät, bei Vorstellungsgesprächen nicht zu erwähnen, dass sie ausgebrannt sind oder erste Symptome von Burnout haben. Was das bedeutet, ist. Dass er glaubt, dass die meisten Unternehmen psychologisch nicht sicher sind. Man kann offenbar nicht offen darüber sprechen, was in seinem Leben vor sich geht oder welche Probleme man hat. Oder zumindest glaubt er, dass es für sie von Nachteil sein könnte, wenn sie sich öffnen.

Laut einer kürzlich durchgeführten Umfrage stimmen Arbeitnehmer, die in einem psychologisch sicheren Umfeld arbeiten, den folgenden Sätzen zu:

  1. Wenn sie einen Fehler machen, wird ihnen das nicht vorgeworfen.
  2. Die Teammitglieder sind in der Lage, Probleme und schwierige Themen anzusprechen.
  3. Menschen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und Arbeitsweisen akzeptieren die Unterschiede der anderen und schätzen den Wert, den ich in das Team einbringe.
  4. Es ist sicher, Risiken einzugehen.
  5. Es ist nicht schwierig, andere Teammitglieder um Hilfe zu bitten.
  6. Wir halten uns gegenseitig den Rücken frei, wenn die Kacke am Dampfen ist.
  7. Wir können offen über Probleme sprechen, die auch privater Natur sind (krankes Kind, kranker Elternteil, Scheidung, etc.)

 

Psychologische Sicherheit bedeutet nicht, immer nett zu sein. Ein psychologisch sicherer Raum muss auch nicht immer bequem sein. Man kann unterschiedlicher Meinung sein und harte Diskussionen über verschiedene Themen führen. Gerade weil man sich in einem sicheren Raum befindet, kann man Bedenken und Meinungen äussern, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.

Wenn Du dich mit Deiner Arbeit überfordert fühlen, kannst Du in einem psychologisch sicheren Umfeld die Hand heben und Möglichkeiten zur Lösung des Problems diskutieren. Anstatt weiterzukämpfen und allein und im Verborgenen zu leiden.

Ist Dein Umfeld ein psychologisch sicherer Raum? Kannst Du dich selbst sein?