Als Burnout-Berater stelle ich bei 100 % meiner Klienten fest, dass ihnen ihre Arbeit wichtig ist und dass sie einen guten Job machen wollen und das trägt dazu bei, dass sie ausbrennen. Es ist zwar nicht die Hauptursache, aber ich behaupte, dass die Wahrscheinlichkeit, auszubrennen, weitaus geringer ist, wenn man sich einen Dreck um seine Arbeit schert.

Ich halte Leidenschaft und Engagement für eine gute Eigenschaft. Stellt Euch vor, wir würden in einer Welt leben, in der sich niemand einen Dreck schert. Ironischerweise habe ich einmal einen Blog mit dem Titel „Wie man sich nicht darum kümmert, was andere denken“ veröffentlicht. Das ist allerdings etwas anders, denn sich zu sehr um die Meinung anderer zu kümmern, kann auch zum Burnout beitragen.

Als ich ausgebrannt war, lag mir die Arbeit und die Mission des Unternehmens, für das ich arbeitete am Herzen. Ich kam zu dem Pharmaunternehmen, weil mein Vater Epileptiker war. Er nahm Medikamente von dem Unternehmen, für das ich arbeitete. Ich sah aus erster Hand, wie sich seine Lebensqualität verbesserte. Ich wollte dazu beitragen, dass dieses Unternehmen hochwertige Medikamente erforscht und entwickelt, die die Lebensqualität von Menschen auf der ganzen Welt verbessern.

Als ich am ausgebrannen war, kam ein Kollege zu mir und fragte mich, warum ich so verbittert sei und warum ich mich mit dem Standpunkt des neuen Managers nicht abfinden könne. Ich ärgerte mich darüber, dass er anscheinend die Finanzen für wichtiger hielt als die wissenschaftliche Arbeit unseres Unternehmens und dass wir lieber an Projekten arbeiten sollten, als das Unternehmen bei der Entwicklung der bestmöglichen Medizin zu unterstützen. Mein Kollege war überrascht, dass ich mich so sehr für die Entwicklung guter Medikamente interessierte. Er sagte, er kümmere sich um zwei Dinge. Geld und Frauen. Er ist ein guter Kerl, aber sehr wahrscheinlich wird er nicht ausbrennen.